Krankheiten und Schädlinge bei Obstbäumen

Obstbäume können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Einige fleckige Blätter, Blattläuse im Frühling oder leicht gezeichnete Früchte bedeuten jedoch nicht automatisch, dass der Baum krank ist. Im Hausgarten geht es nicht darum, optisch vollkommen identische Früchte wie im Handel zu erzeugen, sondern gesunde Bäume und schmackhafte Früchte mit möglichst wenigen Behandlungen.

Unsere Philosophie als Bio-Baumschule

Wer eigenes Obst anbaut, darf akzeptieren, dass die Früchte nicht immer vollkommen glatt, glänzend und makellos aussehen.

Eine kleine Schorffläche auf einem Apfel oder einige von Blattläusen befallene Blätter machen die Frucht nicht automatisch ungeniessbar und gefährden den Baum häufig nicht.

Wenn der Obstbau im eigenen Garten mehr Behandlungen verlangt als eine gewerbliche Produktion, verliert er einen Teil seines Sinns. Vorrangig bleibt deshalb die allgemeine Gesundheit des Baums und nicht die Suche nach optisch perfekten Früchten.

Der beste Schutz beginnt bei der Sortenwahl

Die wirksamste Möglichkeit, Obstbaumkrankheiten zu begrenzen, ist die Wahl einer natürlich robusten Sorte, die zum lokalen Klima passt.

Manche Sorten sind deutlich anfälliger für Schorf, Mehltau oder weitere Krankheiten. Andere besitzen eine natürliche Resistenz oder gute Toleranz, wodurch Behandlungen stark reduziert werden können.

Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle. Ein Baum an einem hellen Platz mit genügend Abstand und einer luftigen Krone trocknet nach Regen schneller ab und ist Krankheiten in der Regel weniger stark ausgesetzt.

  • Eine resistente oder wenig anfällige Sorte wählen.
  • Den Baum an einen geeigneten Standort pflanzen.
  • Dauerhaft vernässte Böden vermeiden.
  • Eine ausreichend luftige Krone erhalten.
  • Übermässige Stickstoffdüngung vermeiden.
  • Den Baum regelmässig beobachten, bevor eingegriffen wird.

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Die häufigsten Krankheiten und Schädlinge

Häufiger Schädling

Blattläuse

Blattläuse treten häufig im Frühling an jungen Trieben auf. Sie saugen Pflanzensaft und können eingerollte oder verformte Blätter verursachen.

Ein leichter Befall wird vom Baum meist gut vertragen. Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und weitere Nützlinge tragen natürlich zur Regulierung bei.

Ein Eingriff ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein starker Befall das Wachstum eines jungen Baums stoppt oder mehrere Haupttriebe verformt.

Pilzkrankheit

Echter Mehltau

Mehltau bildet einen weissen oder gräulichen Belag auf Blättern und jungen Trieben. Die Blätter können sich verformen und das Wachstum wird gebremst.

Er entwickelt sich leichter auf anfälligen Sorten, bei sehr weichen Trieben und ungenügender Luftzirkulation.

Stark befallene Triebspitzen zu entfernen und die Krone luftig zu halten, kann die Ausbreitung häufig begrenzen.

Apfel- und Birnbäume

Schorf

Schorf verursacht dunkle Flecken auf den Blättern und teilweise korkartige Stellen auf den Früchten.

Ein leicht gefleckter Apfel bleibt normalerweise essbar. Problematischer wird es bei starkem, wiederholtem Befall oder wenn die Früchte Risse bilden.

Resistente Sorten zu wählen ist die einfachste langfristige Massnahme gegen diese Krankheit.

Steinobst

Monilia

Monilia befällt insbesondere Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen. Die Früchte werden braun, faulen und können vertrocknet am Baum hängen bleiben.

Entfernen Sie Fruchtmumien und faule Früchte, damit weniger Infektionsquellen für das Folgejahr verbleiben.

Eine luftige Krone und das Entfernen befallener Früchte sind bereits wichtige vorbeugende Massnahmen.

Pfirsichbaum

Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit verursacht verdickte, blasig verformte und häufig rötlich oder rosa verfärbte Blätter.

Sie tritt hauptsächlich im Frühling auf. Stark befallene Blätter fallen häufig ab, danach kann der Baum neues Laub bilden.

Ein vor kaltem Regen geschützter Standort und eine weniger anfällige Sorte können den Befall reduzieren.

Befallene Früchte

Raupen und Obstmaden

Einige Raupen und Larven dringen in die Früchte ein, beispielsweise der Apfelwickler in Äpfel.

Einzelne befallene Früchte sind in einem naturnahen Garten normal. Das regelmässige Auflesen von Fallobst und Nistkästen für insektenfressende Vögel unterstützen die natürliche Regulierung.

Ein direkter Eingriff ist besonders dann sinnvoll, wenn die Schäden gross sind und sich jedes Jahr wiederholen.


Wann sollte man wirklich eingreifen?

Bevor ein Mittel eingesetzt wird, sollten Ausmass der Schäden und allgemeiner Zustand des Baums beurteilt werden.

Ein grosser erwachsener Baum verträgt problemlos einige beschädigte Blätter. Ein frisch gepflanzter Jungbaum kann stärker beeinträchtigt werden, wenn alle neuen Triebe verformt sind.

Einige befallene Blätter
Zunächst beobachten. Nützlinge und das weitere Wachstum des Baums können bereits ausreichen.
Einige fleckige Früchte
Optische Abweichungen akzeptieren, sofern die Früchte essbar bleiben.
Geschwächter Jungbaum
Schneller eingreifen, wenn der Befall das Wachstum stoppt oder alle jungen Triebe betrifft.
Wiederholter Befall
Nach der Ursache suchen: anfällige Sorte, feuchter Standort, schlechte Belüftung oder übermässige Düngung.
Kranker oder abgestorbener Ast
Befallenes Holz sauber entfernen und das Werkzeug vor dem nächsten Baum reinigen.

Einfache Massnahmen zur Vorbeugung

  • Gegen wichtige Krankheiten resistente Sorten wählen.
  • Einen zur Obstart passenden Standort auswählen.
  • Die Krone leicht auslichten, damit Luft und Licht eindringen.
  • Faule und mumifizierte Früchte entfernen.
  • Stark befallenes Fallobst auflesen.
  • Totes oder krankes Holz entfernen.
  • Übermässige Düngung und sehr weiche Triebe vermeiden.
  • Nützlinge und Vögel fördern.
  • Am Boden giessen und das Laub nicht regelmässig benetzen.
  • Nur eingreifen, wenn die Schäden dies rechtfertigen.

Einfache natürliche Möglichkeiten

Gewisse natürliche Präparate können bei stärkeren Schäden hilfreich sein. Sie wirken meistens am besten vorbeugend oder bei den ersten Symptomen, bevor sich Krankheit oder Schädling stark ausgebreitet haben.

Auch ein natürliches Präparat ist eine Behandlung. Es sollte deshalb gezielt und nur bei Bedarf eingesetzt werden.

Öliger Knoblauchsud

Ein ölhaltiger Knoblauchsud kann Teil einer vorbeugenden Strategie gegen verschiedene Krankheiten im Frühling und Sommer sein.

Er wird unter anderem eingesetzt gegen:

  • Echten Mehltau.
  • Schorf.
  • Kräuselkrankheit am Pfirsich.
  • Weitere durch Frühlings- und Sommerwetter begünstigte Krankheiten.

Je nach Wetter, Vegetationsentwicklung und Risiko können Anwendungen ungefähr ab Anfang Mai beginnen.

Das Präparat ist vorbeugend oder bei ersten Symptomen meist nützlicher als bei bereits stark entwickelter Krankheit.

Pfefferminze gegen Blattläuse

Präparate auf Pfefferminzbasis können bei frühem Einsatz gute Ergebnisse gegen Blattläuse zeigen.

Geruch und aromatische Inhaltsstoffe können abschreckend wirken und die Ansiedlung oder Entwicklung der Kolonien stören.

Die Wirkung ist jedoch nicht immer gleich. Sie hängt von Zubereitung, Dosierung, Blattlausart und Wetterbedingungen ab.

Bei stark befallenen Jungbäumen können mehrere Anwendungen nötig sein. Beobachten Sie gleichzeitig weiterhin Marienkäfer, Schwebfliegen und andere Nützlinge.

Gewisse Geranien- und Pelargonienarten

Einige Geranien- und Pelargonienarten werden traditionell in Zubereitungen gegen Blattläuse verwendet.

Ihre aromatischen Inhaltsstoffe können abschreckend wirken oder die Ansiedlung der Schädlinge erschweren.

Die Wirksamkeit hängt wie bei Pfefferminze von Art, Konzentration, Befallsstadium, Temperatur, Regen und Qualität der Anwendung ab.

Wichtige Vorsichtsmassnahmen

Auch ein natürliches Präparat kann Blätter verbrennen, wenn es zu konzentriert ist oder bei grosser Hitze ausgebracht wird.

  • Immer zuerst an wenigen Blättern testen.
  • Ein bis zwei Tage warten, bevor der ganze Baum behandelt wird.
  • Nicht in voller Sonne oder während einer Hitzewelle spritzen.
  • Blüten nicht behandeln, wenn Bestäuber aktiv sind.
  • Keine Präparate mischen, deren Verträglichkeit unbekannt ist.
  • Dosierungen und geltende Vorschriften beachten.

Kein natürliches Präparat wirkt zu 100 %. Die besten Ergebnisse entstehen durch die Kombination aus resistenter Sorte, passendem Standort, luftiger Krone, regelmässiger Beobachtung und frühzeitigem Eingriff nur bei tatsächlichem Bedarf.

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